LKW-Maut Portugal 2026: Was A1, A2 und die Ex-SCUT wirklich kosten
LKW-Maut Portugal 2026: A1, A2 und Ex-SCUT mit echten Zahlen
Portugal ist flächenmäßig klein, aber fast vollständig mautpflichtig – und die teuerste Falle ist keine Schranke, sondern die automatische Nachbelastung auf den ehemaligen SCUT-Strecken. Wer Lissabon–Porto oder Lissabon–Faro ohne Erfassungsgerät fährt, bekommt die Rechnung 30 bis 60 Tage später, oft mit Verwaltungsaufschlag. Dieser Artikel liefert Kilometerpreise je Achsenklasse, Korridorsummen und einen durchgerechneten Rundlauf. Alle Werte sind Richtwerte für 2026.
Wie ist das portugiesische Mautnetz 2026 aufgebaut?
Portugal betreibt drei voneinander getrennte Netze mit derselben Achsenlogik, aber unterschiedlichen Kilometersätzen.
- Konzessionsautobahnen mit Schranke – A1 (Lissabon–Porto), A2 (Lissabon–Algarve), A3 (Porto–Valença), A4, A5, A6 (Lissabon–Badajoz), A8. Betreiber sind unter anderem Brisa und Ascendi.
- Ehemalige SCUT als reines Free-Flow-Netz – A22 an der Algarve, A23, A24, A25 und Teile der A28. Es gibt keine Schranke, keine Kassenstation, keine Kartenzahlung: Portikale lesen das Kennzeichen oder die Bordbox.
- Brücken und Tunnel mit eigenem Tarif – Túnel do Marão auf der A4, Ponte 25 de Abril und Ponte Vasco da Gama bei Lissabon.
Die Abrechnung läuft entweder über Via Verde (nationales System mit grüner Box) oder über einen Toll Service Provider mit EETS-Box. Wichtig für die Kalkulation: Die Free-Flow-Abschnitte sind pro Kilometer günstiger als die Schrankenautobahnen, werden aber wegen der fehlenden sichtbaren Zahlung im Angebot fast immer vergessen.
Welche Klassen gelten und was kostet der Kilometer?
Portugal rechnet nach Achsenzahl und Fahrzeughöhe, nicht nach zulässigem Gesamtgewicht. Für Frachtfahrzeuge sind drei Klassen relevant: Klasse 2 (zwei Achsen, über 1,1 m Höhe), Klasse 3 (drei Achsen) und Klasse 4 (vier und mehr Achsen).
- Klasse 2: rund 0,055 bis 0,075 €/km
- Klasse 3: rund 0,085 bis 0,105 €/km
- Klasse 4: rund 0,110 bis 0,135 €/km
- Free-Flow-Abschnitte liegen typischerweise 10 bis 20 % unter den Schrankenautobahnen.
- Der Sprung von Klasse 2 auf Klasse 4 beträgt rund 90 % – eine falsch hinterlegte Klasse ist teurer als jede Routenoptimierung.
- Aufschläge entstehen zusätzlich bei Überbreite über 2,55 m.
Was kosten die wichtigsten Korridore?
Einwegpreise für einen beladenen LKW, Richtwerte 2026.
| Strecke | Straße | ca. km | 2 Achsen | 3 Achsen | 4+ Achsen |
|---|---|---|---|---|---|
| Lissabon – Porto | A1 | 300 | ~15 € | ~24 € | ~34 € |
| Lissabon – Faro | A2/A22 | 280 | ~13 € | ~21 € | ~30 € |
| Porto – Valença (Spanien) | A3 | 120 | ~6 € | ~10 € | ~14 € |
| Lissabon – Badajoz (Spanien) | A6 | 230 | ~12 € | ~19 € | ~27 € |
| Aveiro – Guarda | A25/A23 | 200 | ~9 € | ~14 € | ~20 € |
| Porto – Bragança | A4 inkl. Marão | 210 | ~11 € | ~17 € | ~24 € |
| Lissabon – Porto über A8/A28 | Küste | 380 | ~19 € | ~30 € | ~42 € |
Zwei Muster fallen sofort auf: Die A1 ist pro Kilometer die günstigste Nord-Süd-Achse, und die Küstenroute über A8/A28 kostet trotz kürzerer Teilstücke mehr, weil sie mehrere Konzessionsabschnitte bündelt.
Warum ist die Grenze nach Galicien ein Kostenloch?
Die A3 endet in Valença, auf der spanischen Seite geht es über die AP-9 weiter nach Vigo und Pontevedra. Für einen Vierzachser liegen die portugiesischen 120 km bei etwa 14 €, die spanischen 30 km auf der AP-9 bei rund 6 bis 8 €. Wer nach Santiago oder A Coruña weiterfährt, kommt auf der AP-9 auf 25 bis 35 € zusätzlich.
Die mautfreie Alternative über die N-13 und die spanische N-550 spart die Gebühr, kostet aber 40 bis 60 Minuten und in Vigo-Stoßzeiten deutlich mehr. Bei einer Tour mit festem Entladefenster im Hafen von Vigo ist die AP-9 fast immer die günstigere Entscheidung, weil ein verpasstes Tor mehr kostet als die Maut.
Wie zahlen ausländische Flotten ohne Via Verde?
- Via Verde Empresas verlangt in der Regel eine portugiesische Steuernummer oder eine Kaution von 50 bis 90 € je Gerät, dazu eine Monatsmiete von 1,50 bis 3 €.
- Toll Service Provider mit EETS-Box deckt Portugal, Spanien und Frankreich in einem Gerät ab. Die Abrechnung erfolgt gesammelt in Euro, meist monatlich, mit einer Servicegebühr pro Transaktion oder pro Fahrzeug.
- Ohne Gerät wird über das Kennzeichen abgerechnet. Die Rechnung geht an den Halter, die Zahlungsfrist liegt meist bei 30 Tagen, danach kommen Verwaltungskosten von 15 bis 50 € pro Vorgang und Verzugszinsen dazu.
- Bei Mietfahrzeugen trifft die Nachbelastung den Vermieter und wird mit Bearbeitungsgebühr weitergegeben.
Beispielrechnung: Lissabon–Madrid und zurück
Vierzachsiger Sattelzug, 40 t, 640 km je Richtung, ein Fahrer, zwei Tage.
- Maut: Portugal A6 (230 km) 27 € plus spanische APD rund 7 €, also 34 € je Richtung – 68 € für den Rundlauf.
- Diesel: 1.280 km bei 30 l/100 km ergeben 384 l, bei 1,45 €/l sind das 557 €.
- Fahrer: zwei Tagespauschalen von je 190 € ergeben 380 €.
- Summe variabel: 1.005 €, also 0,79 €/km; der Mautanteil liegt bei 6,8 %.
Auf dieser Relation beruht die wichtigste Regel für Portugal-Angebote: Der Mautblock ist selten das Problem, Diesel und Standzeit sind es. Ein halber Tag Wartezeit an der Rampe in Lissabon kostet mehr als die komplette Rückfahrt an Maut.
Wo verliert die Portugal-Tour Geld, ohne dass die Maut schuld ist?
Erstens an den Lade- und Entladefenstern in den Zonas Industriais von Lisboa, Porto und Leixões: Wer zwischen 7 und 10 Uhr ankommt, steht im Berufsverkehr und verliert 45 bis 90 Minuten. Zweitens an der Rückfracht: Eine Leerfahrt Porto–Lissabon kostet die Maut doppelt, ohne Erlös. Drittens an der Klassifizierung: Ein Fahrzeug mit gehobener Liftachse wird in Portugal weiterhin nach der tatsächlich aufgelegten Achsenzahl erfasst – wer die Achse anhebt, zahlt in der Regel trotzdem die höhere Klasse, wenn die Erfassung über die Box läuft und das Profil falsch gespeichert ist.
FAQ
Ist die A22 an der Algarve 2026 noch mautpflichtig? Ja. Die A22 ist Teil des ehemaligen SCUT-Netzes und wird rein elektronisch abgerechnet; Barzahlung oder Kartenzahlung an einer Station ist nicht möglich.
Brauche ich für Portugal eine eigene Via-Verde-Box? Nein, wenn Sie eine EETS-Box eines Toll Service Providers nutzen, die Portugal abdeckt. Ohne Gerät ist die Fahrt möglich, führt aber zu Nachbelastung mit Verwaltungskosten.
Was kostet ein 40-t-Sattelzug Lissabon–Porto? Rund 34 € auf der A1 als Richtwert 2026, bei drei Achsen etwa 24 €. Die Küstenroute über A8/A28 liegt bei 30 bis 42 €.
Zahlt ein ausländischer Transporteur in Portugal MwSt auf die Maut? Ja, auf Mautrechnungen steht der portugiesische Steuersatz von 23 %. Der Vorsteuerabzug läuft für ausländische Betriebe über das Erstattungsverfahren des Sitzlandes.
Gibt es eine mautfreie Alternative Lissabon–Porto? Ja, über die N1 und IP1. Sie kostet 45 bis 70 Minuten mehr Fahrzeit und rund 4 bis 7 % mehr Diesel, rechnet sich also nur bei entfallendem Zeitdruck.
Fazit: Portugal braucht ein eigenes Mautprofil
Portugal wird in europäischen Kalkulationen regelmäßig unterschätzt, weil die Free-Flow-Strecken keine sichtbare Zahlung erzeugen und die Nachbelastung erst Wochen später kommt. Rechnen Sie deshalb mit echten Achsen und einem hinterlegten Länderprofil, nicht mit einem Pauschalsatz pro Kilometer.
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Wie TRANSCEND Maut, Diesel und Fahrzeit zu einer Zahl zusammenführt, zeigt die Live-Demo; die Funktionsweise im Detail steht unter So funktioniert es, Tarife unter Preise.